Vor Gott, für Gott und in Gott leben...

 

 

 

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Morgensegen

"Barmherziger und guter Gott, segne diesen Morgen, den du mir geschenkt hast, dass es ein Tag des Heils werde, ein Tag, der mir und den Menschen um mich herum Segen bringt und Früchte trägt, die bleiben. Segne mich und alles, was ich heute in die Hand nehme, was ich anpacke, berühre, forme und gestalte. Lass meine Arbeit zum Segen werden für andere. Segne mich, damit ich selbst zu einer Quelle des Segens werden darf für die Menschen, denen ich heute begegnen werde."
Anselm Grün

Ein neuer Tag


"Ein neuer Tag liegt vor mir. Lass mich, mein Gott, mitten in der Tretmühle des Alltags die Möglichkeiten erkennen, die mir heute geschenkt sind. In vielem bin ich festgelegt, aber immer gestalte ich mit. Du weißt, dass ich anfällig bin für die Entmutigung. Stärke in mir die Wahrnehmungskraft für das Gute, damit ich dem Sog des Negativen zu widerstehen vermag. Gib mir ein tapferes Herz, das sich nicht einlässt auf Wehleidigkeit und Selbstmitleid. Gib mir ein gesundes Maß an Selbstliebe, die Freiheit, über mich zu lachen, und die Demut, die Grenzen, die du mir gesetzt hast, nicht gewaltsam niederreißen zu wollen. Gib mir die Aufmerksamkeit des Herzens, die anderer Menschen Bedürftigkeit wahrzunehmen versteht. Du weißt: Es fehlt mir allenthalben, aber dir darf ich mich lassen, so wie ich bin, mit allen erkannten und unbewussten Mängeln. Nimm Besitz von meinen Gedanken, von meinem Fühlen und Wollen, dann wird dieser Tag fruchtbar sein."
Antje S. Naegeli

 

Am Abend dieses Tages


"Am Abend, Gott, komme ich zu Dir, um für alles zu danken. Mein Denken und Tun war von Dir begleitet. Meine Sorge und Schuld war von Dir umfangen. Begleite und umfange mich durch die Nacht hindurch, bis der Morgen anbricht."
Stefan Jürgens

Abendgebet mit geöffneten Händen


"Herr, ich halte dir meine Hände hin, alles, was sie heute in die Hand genommen haben, alles, was mir gelungen und misslungen ist. Ich halte dir die Menschen hin, denen ich heute die Hand gereicht habe, und die, denen ich sie verweigert habe. Ich halte dir hin, was ich geformt und gestaltet habe und was mir aus der Hand geglitten ist. Ich halte dir in meinen Händen diesen Tag hin, so wie er war. Ich verzichte darauf, zu beurteilen und zu bewerten, was war. Ich überlasse dir das Urteil. Ich vertraue dir, dass du alles verwandeln kannst, was heute war. Ich übergebe dir den Tag. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass mir alles zwischen den Fingern zerrinnt, dass der Tag nur Stückwerk war. Füge du zusammen, was zerstückelt ist. Ich lege meinen Tag und alles, was ich heute in die Hand genommen habe, in deine guten und zärtlichen Hände. Halte du deine schützende Hand über mich. Lass mich heute Nacht in deiner guten Hand geborgen sein. Du hast deinen Namen in meine Hand geschrieben und meinen Namen in deine Hand. So lass mich in dieser Hand spüren, dass ich in dir bin und du in mir. In dir darf ich nun ruhen. Und du wirst bei mir und in mir sein, wenn ich nun schlafe. Lass dein Licht in meinem Herzen leuchten, wenn ich mich nun der Dunkelheit der Nacht anvertraue. Und halte deine schützende Hand über meine Familie und über alle, die mir lieb sind."
Anselm Grün

Hier bin ich


"Gott, hier bin ich, aber meine Gedanken sind noch bei mir und bei diesem Tag. Hier bin ich, Gott. Und ich möchte so gerne ruhig werden, aber noch ist Unruhe in mir. Hier bin ich, Gott, und möchte gerne beten, aber ich finde keine Worte. Hier bin ich, Gott, und möchte auf dich hören, aber in mir ist so viel Lärm. Gott, hier bin ich mit meinem Leben, mit meinem Tag, mit der Unruhe in mir, mit meiner Sprachlosigkeit, mit dem Lärm in mir, der die Ohren taub macht. Du nimmst mich an, so wie ich bin. Hier bin ich, Gott."
Andrea Schwarz