Was ist ein Sakrament?

Als Menschen mit Leib und Seele schaffen wir uns Zeichen und Zeichenhandlungen, um sichtbar auszudrücken, was man eigentlich nicht sehen kann: durch eine Einladung etwa bezeigen wir jemanden unsere Freundschaft, mit einer Rose drücken wir unsere Liebe aus, oder mit einem Schulterklopfen lassen wir einen anderen Menschen unsere Anerkennung spüren.
Wie im zwischenmenschlichen Bereich, so brauchen wir auch in der Beziehung zu Gott Zeichen, an denen sich unser Glaube festhalten kann. Gott kommt diesem Bedürfnis des Menschen, sehen und erleben zu wollen, entgegen: die ganze Schöpfung (Natur, Tiere, Menschen), wenn nicht bloß analysierend oder technisch betrachtet, gibt von Gott als ihrem Schöpfer Zeugnis.
In den Sakramenten begegnen die Menschen Christus selbst. Er ist das Sakrament schlechthin - das "Ursakrament", in dem die Gnade Gottes in der Welt sichtbar geworden ist. In den Sakramenten will Jesus selbst für alle Zeiten den Menschen nahebleiben.
Die sieben Sakramente sind wirksame Zeichen der Gnade und Liebe Gottes - sie bewirken und vertiefen also etwas bei den Menschen, die dieses Geschenk Gottes empfangen.
Die Sakramente entfalten in den jeweiligen Gottesdiensten die sinnenhafte Zuwendung Gottes zu den Menschen und bekräftigen Gottes Heilszusage an den Menschen. Sie setzen den Glauben voraus, zugleich aber nähren und stärken sie ihn. Zu jeder dieser Zeichenhandlungen gehört ein sichtbares Zeichen (oft ein Element aus der Natur) und ein wirkmächtiges Wort.
An den zentralen Punkten unseres Lebens, wie Schuldigwerden, Erwachsenwerden, Heirat, Geburt eines Kindes, Krankheit und Sterben, begleiten uns diese Zeichen und zeigen uns, dass wir nicht alles alleine machen können und müssen.