Das kirchliche Begräbnis

Die Mitte der kirchlichen Begräbnisfeier ist die Feier des Pascha-Mysteriums Christi. Die Kirche verkündet, dass Christus den Tod überwunden hat und dass alle, die mit Christus durch die Taufe vereint sind, mit ihm verbunden auch durch das Tor des Todes in das Leben übergehen. In diesem Glauben begleitet die Kirche die Sterbenden mit ihrem Gebet und den Sakramenten. In dieser Hoffnung geleitet sie den Leichnam zum Ort seiner letzten Ruhe und steht den Hinterbliebenen in ihrer Trauer bei. (Vgl. c. 1176 § 2 CIC)

Weil dem Menschen über den Tod hinaus Würde zukommt, müssen Verabschiedung und Beisetzung auf würdevolle und menschliche Weise geschehen. Die kirchliche Begräbnisfeier ist ein Beitrag zu einer menschenwürdigen Begräbniskultur.

Jeder Katholik hat das Recht auf eine kirchliche Bestattung. Dazu müssen die Hinterbliebenen ihren Ortspfarrer informieren. Danach setzt sich einer unserer Geistlichen, der die Beerdigung übernehmen wird, mit den Familienangehörigen in Verbindung, um einen Termin für ein Trauergespräch mit ihnen zu vereinbaren. Es geht in diesem Trauergespräch in erster Linie darum, sie in ihrer Trauer zu begleiten und mit ihnen über die Verstorbene bzw. den Verstorbenen ins Gespräch zu kommen. Außerdem bespricht er mit ihnen den Ablauf und Rahmen der Trauerfeier.

Die kirchliche Beerdigung wird von einem Priester oder einem Diakon geleitet. In der Regel feiern die Hinterbliebenen vor oder nach der Beerdigung in der Kirche die Heilige Messe (Requiem).

Weiter gedenken wir besonders in der Zeit um Allerheiligen und Allerseelen der Verstorbenen und feiern Gottesdienste mit anschließenden Gräbersegnungen auf den Friedhöfen.

Die katholische Kirche legt Wert auf die Form der Erdbestattung. Es gibt aber heute kein strenges Verbot der Feuerbestattung mehr. Auch nach einer Einäscherung ist eine kirchliche Begräbnisfeier (Urnenbeisetzung) möglich.

Für ungeborene Kinder ist eine Trauerfeier und eine Bestattung möglich. In den größeren Orten des Bistums, in Kiel, Hamburg und auf dem Rostocker Westfriedhof gibt es Grab- und Gedenkstätten für Ungeborene. Weitere Informationen geben die Krankenhausseelsorger oder die Ortspfarrer in den Gemeinden.

Getaufte Menschen, die aus der Kirche ausgetreten sind, bekommen in der Regel keine kirchliche Bestattung. In Ausnahmefällen ist diese jedoch möglich, wenn die Angehörigen es wollen und der Wille des Verstorbenen nicht eine kirchliche Feier zulässt. Die Entscheidung trifft der Pfarrer nach einem Gespräch mit den Angehörigen.